 Der Instrumentenbau lebt einerseits in
einer großen musikalischen Tradition, andererseits in
einer stetigen kontinuierlichen Veränderung. Diese
Struktur in einem innovativen Gleichgewicht zu halten
ist das Besondere im Bau von Orgeln.
In dem Leben einer Universitätsstadt wie Marburg hat
unsere Werkstatt stets versucht, diesen ständigen
Prozess zu gestalten:
Die konstante Zahl von ca. zehn meist langjährigen
Mitarbeitern hat eine gesunde Altersstruktur. Seit 1985,
mit der Fertigstellung der großen,
klassisch-symphonischen Orgel in Viersen, wurden in
Folge weitere, sehr spezielle große Instrumente gebaut.
Die Werkstatt zog damals in neue, größere Werkstatträume
mit Montagesaal in den historischen Schwanhof. Die alte
Werkstatt in der Ziegelstraße wurde mein Atelier, nahe
gelegen, aber doch mit gewissem Abstand, in dem die
großen, oft sehr speziellen Projekte vorbereitet,
geplant und ausgearbeitet wurden. Die Werkstatt arbeitet
seitdem selbstständig, die geschäftlichen Dinge wurden
von meinem Bruder Rupert Woehl erledigt.
Eine so überschaubare und durchschaubare Werkstatt
ist schon durch die so unterschiedlichen Projekte in
einem steten Wandel begriffen, muß aber – auch um den
Wandel der Zeit zu gestalten – doch immer wieder klar
definiert werden. So wurden ab Anfang des Jahres 2007
sehr klare Aufgabenbereiche zum Teil neu vereinbart:
Werkstattleiter ist jetzt Kilian Gottwald, der seit
1990 mit mir im klanglichen Bereich arbeitet und
sinngemäß auch an der Konzeption der Projekte beteiligt
war. Bewusst ist es ein Mitarbeiter aus dem klanglichen
Bereich, denn die Werkstattentscheidungen müssen von der
Pfeife aus gestaltet sein.
Für Entwicklung und Einhalten technischer Standards
ist jetzt der langjährige, frühere Werkstattleiter
Henning Kopp zuständig. Unsere Orgeln sind gefragte
Konzert-Instrumente geworden, die einen hohen
technischen Qualitätsstandard haben müssen. Außerdem
wurde in den letzten Jahren begonnen, ganz neue Projekte
zu erarbeiten – aber davon später.
Die Ausarbeitung technischer Details und deren
Umsetzung in der Werkstatt bis zur Fertigstellung am
Aufstellungsort hat Simon Buser übernommen. Er ist der
„Projektbegleiter“. Vom Bau des Instrumentes in der
Werkstatt bis zur Fertigstellung vor Ort dauert es bei
den großen Instrumenten ca. zwei Jahre, die einer
besonderen Begleitung und Kontinuität bedarf.
Alle drei Mitarbeiter sehen ihre Aufgabe in der
Arbeit am Instrument selbst.
<<<
Die Werkstatt, Seite 1 <<< |